Die Stadt Pori, Geschichte

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Geschichte

Vor 1000 Jahren war das Flusstal des Kokemäenjoki eine Hauptverkehrsader, durch die europäische Kultureinflüsse nach Satakunta und in andere Teile Westfinnlands kamen. Die historische Provinz Satakunta hat ihren Ursprung im frühen Mittelalter. Das Zentrum der Provinz war in Kokemäki. Dort war ein wichtiger Handelsplatz, Teljä sowie die Kapelle des Heiligen Henrik, in der der Bischof gemäß der Tradition der katholischen Kirche vor seinem Märtyrertod 1155 predigte. Die Versandung des Flusses und die Anhebung des umgebenden Landes zwangen die Kaufleute näher ans Meer zu ziehen. Ulvila, dem Vorgänger von Pori, wurden 1365 Stadtrechte verliehen.

Johann, der Sohn des schwedischen Königs Gustav Wasa, war Herzog von Finnland. Er gründete die Stadt Pori 1558 an der Mündung des Flusses Kokemäenjoki. Die alten Außenhandelsverbindungen wurden damals von Ulvila nach Pori verlegt. Die nördlichste Stadt Finnlands war ein wichtiger Handelsplatz für Felchen, Lachs, und andere Produkte des bottnischen Meerbusens nach Europa. Exotische Luxuswaren wie Gewürze, feine Weine und Stoffe wurden nach Pori gebracht. Von hier aus wurden sie in andere Teile Satakuntas und ins nördliche Finnland geschickt.

Johann, der Sohn des schwedischen Königs Gustav Wasa

Nach einem erfolgreichen Anfang wandte sich im 17. Jahrhundert das Glück für Pori zum Schlechteren. Das gesamte schwedische Königreich litt unter Kriegen und Missernten. Die einschränkende Wirtschaftspolitik verbot vielen Städten, darunter auch Pori, den Außenhandel fast ganz.
Pori bekam seine Außenhandelsrechte 1765 zurück. Wieder segelten die Schiffe von Pori zu den Ostseehäfen. In Reposaari wurde ein neuer Seehafen gebaut, weil der alte Flusshafen versandete.

Für finnische Verhältnisse war Pori eine große Stadt, mit einer Einwohnerzahl von 1500 im Jahre 1766.

1809 wurde Finnland ein Teil des russischen Kaiserreiches. Dieses brachte keine großen Veränderungen für die Bevölkerung von Pori mit sich. Die alten Handelsverbindungen, Familienbande und Kulturkontakte mit Stockholm blieben erhalten. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Pori durch die wachsende Handelsflotte zur führenden Reedereistadt Finnlands. Sägeware wurde bis ans Mittelmeer geliefert. Dann begann das Unglück: die Stadt brannte viele Male, aber der große Brand von 1852 war eine Katastophe. An einem einzigen Tag brannte fast die ganze Stadt bis auf die Grundmauern nieder.

Poris Entwicklung zu einer Industriestadt beschleunigte sich in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Eine Streichholzfabrik wurde 1851 gegründet und sieben Jahre später eine Maschinenfabrik. Das industrielle Rückgrat von Pori waren die Sägewerke, von denen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einige gegründet wurden.

Die Produkte der Sägewerkindustrie wurden überwiegend exportiert, wodurch im Hafen reger Verkehr herrschte. Mit den Produkten der um die Jahrhundertwende gegründeten Baumwollfabrik suchte man Erfolg auf dem einheimischen Markt. Die Bahnverbindung zwischen Pori und Tampere wurde 1895 fertiggestellt. In der Stadt gab es einige einflussreiche Industriellenfamilien, wie die Ahlströms und die Rosenlews. Das Gegengewicht zu den reichen Bürgerlichen bildete die große Gruppe der selbstbewussten Industriearbeiter. Die Einwohnerzahl der Stadt betrug jetzt 12279.

Nach dem großen Brand wurde die Stadt weiträumiger; breite Alleen durchkreuzten das Stadtzentrum und schöne Steinhäuser wurden entlang des Flussufers gebaut.

Um die Jahrhundertwende war Pori auch ein reges Kulturzentrum. Das nationale finnischsprachige Theater gab 1872 in Pori in der oberen Halle des Hotels Otava seine erste öffentliche Vorstellung. In der Stadt erschienen mehrere Zeitungen, eine Bibliothek und ein Museum wurden gegründet, es gab finnisch- und schwedischsprachige Oberschulen, Berufsschulen und eine Volkshochschule.

Industrie, Kultur und Bevölkerung

Seit der Unabhängigkeitserklärung Finnlands 1917 ist Pori eine bedeutende, schnell wachsende Schwerindustrie- und Hafenstadt. Rosenlew, Outokumpu, Rauma-Repola, Kemira und andere Industriebetriebe brauchten viele neue Arbeitskräfte und so wuchs die Stadt schnell.

Die neue Zeit brachte neue Kulturströme mit sich. Innerhalb weniger Jahre wurde das Pori Jazz Festival zu einem erfolgreichen internationalen Ereignis, und finnischer Rock hat oft seinen Ursprung in Pori. Im Sport hat sich die Stadt, durch erfolgreiche Schwerathleten und durch finnische Meister unter den Ballspielmannschaften, einen Namen gemacht

Im neuen Jahrtausend ist Pori eine Stadt der Studenten. Im Universitätszentrum von Pori kann man Technik, Wirtschaftswissenschaften und humanistische Fächer studieren. Mit ihren 6000 Studenten wurde die Fachhochschule Satakunta zur nationalen Spitzeneinrichtung auf ihrem Gebiet gewählt.

Der industrielle Umbruch, der in den 70er Jahren in Pori begann, war drastisch und der Regenerationsprozess ist noch nicht ganz abgeschlossen.Die Menschen in Pori haben diese schweren Jahre gelassen ertragen. Die wirtschaftliche Basis der Stadt Pori ist jetzt vielseitiger als zuvor.

Poris nationaler Stadtpark vereint die wesentlichen Züge der Stadt: die Mündung des schnell strömenden Flusses Kokemäenjoki, die industrielle und kulturelle Geschichte sowie die lebendige Gegenwart. Ein gutes Umweltmanagement hat Pori, Yyteri und das Meeresgebiet zu einem hervorragenden Erholungsgebiet gemacht. Die Flussmündung ist noch immer ein Paradies für die finnischen Vogelbeobachter.

Pori bereitet sich auf sein 450-jähriges Bestehen vor und man ist hier stolz auf die lange Geschichte der Stadt.

Pori hat 76 000 Einwohner. Die Provinz Satakunta, die Pori umgibt, hat 240 000 Einwohner.